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Magazine mit Kuratierung am Horizont

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Sommerabend

Es ist Juli. Es ist Sommer. Dennoch muss man von Glück reden, wenn dann ein Treffen im Freien stattfinden kann. Denn es ist auch grau und nass um uns herum. Aber es kamen einige Blogger zusammen im Nauwieser 19 und konnten sich unter den Bäumen im Biergarten austauschen. Ein Thema stach dabei heraus.

In der letzten Zeit hat sich gleich bei zwei SaarBloggern ein Kontakt zu Online Magazinen ergeben.

Bianca wurde nämlich von einem Magazin darauf angesprochen, ob sie denn nicht die Kuratierung eines Themengebietes übernehmen könne. Dem kam sie gerne nach und betreut nun das Ressort Freizeit, Lebensgestaltung, Ernährung. Und ein weiterer SaarBlogger hat gar an der Entwicklung eines solchen Online Magazins auf der Basis von Drupal mitgewirkt. Dieses wird z. B. als Mitarbeitermagazin oder Firmenmagazin eingesetzt.

Magazine?

Es gibt solche ja schon eine geraume Zeit, meist die Online Ausgaben der bekannten Druckversionen. Aber diese neuen Magazine weisen einige gemeinsame Charackteristika auf:

  • Content Aggregation. Es werden weniger eigene Inhalte geschaffen, als vielmehr fremde Inhalte zusammengestellt. Eine Vielzahl an Autoren und Institutionen steuern diese Inhalte bei.
  • Kuratierung. Gerade weil es eine Vielzahl an Informationen im Netz gibt, braucht der Leser, Surfer oder Abonnent Hilfe bei der Findung der geeigneten und guten. Dabei helfen Kuratoren. Sie sind Fachleute auf ihrem Gebiet und können vorgefundene Inhalte bewerten. Sie wählen aus.
  • Bewertung. Schon die Kuratoren bewerten Beiträge, die sie auswählen. Das kann mit Skalen geschehen, aber auch durch Kommentieren. Auch von den Lesern können Bewertungen entgegengenommen werden.
  • Anreicherung. Die ausgewählten Artikel werden weiter qualifiziert. Im Falle der angesprochenen Magazinentwicklung hier in Saarbrücken geschieht das etwa mit einer Georeferenzierung, mit Verweis bzw. Einbindung relevanter Wikipediaartikel, mit der Beifügung passender Videos bekannter Video-/Mediaportale. Selbstverständlich werden auch Stichworte beigefügt.
  • Auswahl. Ein wichtiger Punkt aus Sicht des Abonennten. Er wählt weiter aus dem schon gut vorsortiertem Informationsangebot aus. Die Filterkriterien können dann sehr fein eingestellt werden. Er kann so u. a. nach Kuratoren, Stichworten, Sachgebieten, Mindestbewertungen usw. filtern. Wer den Sportteil nicht mag, bekommt ihn auch nicht.
  • Automatiken. So bezeichne ich mal die Unterstützung durch das Redaktionssystem. Beliebig intelligente Agenten sorgen für die Vorarbeit und sammeln möglicherweise interessante Artikel aus dem Netz. Das wird heute einfacher, da diese immer mehr in strukturierter Form vorliegen, etwa in von WordPress generierten Beiträgen in Blogs!
  • Ehrenamtlichkeit. Diesen Punkt erwähne ich zuletzt. Denn diese Magazine stehen doch in einer Reihe mit den Zeitungsverlagen, wenn es um die Monetarisierung ihres Angebotes gibt. Wenn ein solches Allround Magazin wie das von Bianca schon fast fünfzig Ressorts, Themen, Rubriken bietet mit ebensovielen Kuratoren, dann geht das nur, wenn diese (derzeit) noch nicht entlohnt werden. Die Zukunft wird zeigen, welches Gleichgewicht sich da einstellen wird.

Was hat das mit Blogs zu tun?

Zum einen wurde schon angesprochen, dass Blogs als Quellen dienen. Automatisierte Agenten crawlen wie die Spider der Suchmaschinen durchs Netz und suchen Blogs ab. Solche können in der Redaktion voreingestellt werden, je intelligenter diese Agenten werden, umso mehr Arbeit übernehmen sie bei der Quellensuche und auch Bewertung dieser Quellen.

Aktuell ist es noch eher so, dass der Magazinhersteller Hinweise auf gehaltvolle Blogs erhält und deren URL manuell ins System einpflegt. Aus rechtlichen Gründen wird er sicher zusätzlich den Blogger kontaktieren und eine Vereinbarung über die Verwendung seiner Inhalte schließen. Die Blogger sind hier durch das Urheberrecht geschützt. Das gilt auch für nur intern genutzte Magazine.

Zum anderen tut sich da natürlich auch eine Konkurrenz zu den klassischen Blogs auf. Ich nenne einige Punkte, in denen sich beide unterscheiden. Die Unterschiede können ganz wertneutral betrachtet werden.

Blog Magazin
Meist ein Autor;
als Marke des Blogs
Vielzahl von Autoren
Eigenkontrolle und Qualitätssicherung durch den Blogger Kuratoren wählen aus und bewerten
Spezialisierung auf ein Thema Vielzahl von Themenangeboten
Maximal Filterung der Feeds (Kategorien) Sehr gute Filtermöglichkeiten durch den Leser
Herkunft ist der Desktop, Responsive Design erlaubt Mobilgeräte Optimiert oder gar produziert für Mobilgeräte
Meist gute Vernetzung durch qualifizierte Links Nächste Informationswünsche werden vorausschauend erfüllt durch Mitlieferung zusätzlicher Inhalte „drumherum“

Fazit

Klar ersichtlich ist also eine gewisse Verwandschaft, aber auch der deutliche Unterschied zwischen beiden Angeboten. Meiner Meinung nach werden Blogs, insbesondere unter dem Gesichtspunkt der Inhaltebereitstellung bestehen bleiben. Nicht nur Konkurrenz um die Leser werden die Magazine sein, sondern auch Chancen für Blogger bieten. Ihnen werden bestenfalls neue Leser zugeführt. Und, da die Monetarisierung eines Magazins wahrscheinlich einfacher sein wird, werden auch Blogger einen Anteil daraus als aktiv Beitragende erhalten können.

 

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Andreas Sutor
Andreas Sutor ist von Anfang an bei den SaarBloggern dabei. Denn diese Gruppe wurde von ihm ins Leben gerufen. Wie hier im Blog berichtet geschah dies nach einer Session beim SaarCamp. Die Teilnehmer wollten das Thema Bloggen im Saarland weiter verfolgen.

Für ihn sind die verfügbaren Werkzeuge zum Bloggen so vielfältig und die Vorteile eines selbst beherbergten Blogs so überzeugend, dass noch viel mehr Saarländer sich diesem Thema widmen sollten.

Gerne hilft er auch Unternehmen dabei, einen Firmenblog einzurichten und zu betreiben. Selbst wenn das Betreiben eines solchen Blogs in Eigenregie möglich ist, ist eine gelegentliche externe Betreuung sehr sinnvoll.

Autor: Andreas Sutor

Andreas Sutor ist von Anfang an bei den SaarBloggern dabei. Denn diese Gruppe wurde von ihm ins Leben gerufen. Wie hier im Blog berichtet geschah dies nach einer Session beim SaarCamp. Die Teilnehmer wollten das Thema Bloggen im Saarland weiter verfolgen. Für ihn sind die verfügbaren Werkzeuge zum Bloggen so vielfältig und die Vorteile eines selbst beherbergten Blogs so überzeugend, dass noch viel mehr Saarländer sich diesem Thema widmen sollten. Gerne hilft er auch Unternehmen dabei, einen Firmenblog einzurichten und zu betreiben. Selbst wenn das Betreiben eines solchen Blogs in Eigenregie möglich ist, ist eine gelegentliche externe Betreuung sehr sinnvoll.

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