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Beitragsbild Monatstreffen 27

Zum #CloudTagSaarland informieren über die Cloud

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Zu Besuch beim Cloud Tag im Saarland bei Data One

Es gab wieder eine Gelegenheit, zum Monatstreffen der SaarBlogger eine regionale IT-Veranstaltung zu besuchen. Die Firma Data One GmbH gab allgemeine Einblicke in das Cloud Computing und stellte Anwendungsmöglichkeiten vor. Wir folgten der offenen Einladung um zu sehen, wie der aktuelle Stand zu diesem Thema ist. Denn die Phase des Hypes um dieses Buzzword ist vorüber und allmählich zieht das Arbeiten im Netz in den Alltag ein.

Malte Beinhauer: HR Management und Digitalisierung

Nach einer kurzen Begrüßung durch Kerstin Steffen von Data One referierte zunächst Prof. Malte Beinhauer von der htw des Saarlandes zum Thema HR Management und Digitalisierung. Bei allem nominellen Fortschritt von Internet 2.0 bis zum 4.0 heutiger Tage bleibt die Erkenntnis, dass der Fortschritt immer noch eine Schnecke ist. Vielfältige Werkzeuge bei Hardware und Anwendungen sind entstanden, aber deren Einsatz ist nach wie vor rudimentär. Eine Begründung lieferte Beinhauer gleich mit. Es mag noch zu einer teilweisen Nutzung all der schönen Werkzeuge kommen, aber diese ist nicht in einer zielgerichteten und übergeordneten Strategie eingebettet. Ohne eine solche bleibt die digitale neue Welt eine Insellösung ohne Ausschöpfung ihres wahren Potenzials.

Er empfiehlt, nach dem Warum zu fragen. Was soll erreicht werden? Eine solche Motivation kann dann auch auf Mitarbeiter übertragen werden und Kunden spüren, wie sie in den Mittelpunkt aller Prozesse rücken. Nach Klärung dieser Frage ergibt sich die Antwort auf das Womit und Wie von alleine. Sie führt zur Erkenntnis, dass alle benötigten Techniken bereits vorhanden sind.

Abgewandelt lässt sich als Maxime formulieren, die „Technik folgt dem Zweck“. In den Worten Beinhauers: Die Technik ist willig, aber das Fleisch ist schwach. Diesen Vorgang der digitalen Transformation betrachtete er beispielhaft an der digitalen Repräsentation von HR durch die Unternehmen. Es reicht eben nicht, wenn eine Webseite responsiv ist, mobil funktionierend in einem technischen Sinne, aber nicht mobil optimiert in einem zielorientierten Sinn. Ausgehend vom Kunden (z. B. ein an einer neuen Stelle interessierter Bewerber) in seiner konkreten Situation (unterschiedliche Geräte, Orte, Aktionen) wird Technik implementiert. Man muss den mobilen Zusatznutzen anbieten.

In einem facebook Kommentar hat Beinhauer selbst eine gute Zusammenfassung seines Vortrags gegeben: „In zwei Sätzen? Hört auf technisch getrieben Digitalisierung voranzutreiben, weil andere es auch tun, sondern macht Euch erst mal Gedanken was ihr tun wollt und warum. Dann werden euch auch die Prozesse und Mitarbeiter folgen, sonst nicht.“ Dem ist nur zuzustimmen.

Beim Zuhören ergab sich klar eine Übertragungsmöglichkeit auf die Bloggerwelt. Hier wird stets der Ratschlag erteilt, sich zuerst über die Zielrichtung und Einsatzbedingungen eines Blogs Gedankten zu machen. Die erforderliche Software, Plugins, Designs oder das Hosting ergeben sich dann fast automatisch.

Ein Fazit: es gibt viele Möglichkeiten. Wir kennen sie, stehen in deren Umsetzung aber noch recht weit am Beginn.

Armand Sullot: Den digital workplace live erleben

Einen weiteren längeren Vortrag gab es von Sullot von der Firma Microsoft. Im ersten Teil galt sein Interesse dem Versuch, die Wandlung seines Unternehmens zu beschreiben. Alte Geschäftsmodelle tragen schon länger nicht mehr. So nimmt man z. B. immer mehr den Gedanken der Quelloffenheit auf. Opensource war ein vielfach gebrauchter Begriff im ersten Teil des Vortrags. Wenn du den Feind nicht schlagen kannst, schliesse dich ihm an. Opensource Software hat unschlagbare Vorteile. Auch bei Microsoft laufen nach seiner Aussage die Server zu über 80 Prozent auf Linux. Als Erfolgsfaktoren für Unternehmen der Zukunft machte er eine allumfassende Agilität und Flexibilität aus. Bezogen auf die Felder Strategie, Massnahmen, Organisationsstrukturen und Menschen sowie Infrastrukturen für Organisation und Produktion. So sind die Angebote von Microsoft heute nicht mehr Softwarepakete, sondern Services, die auf der eigenen Cloud Plattform Azure laufen und wie beim Lego Prinzip zusammengebaut werden können.

Sullots Aussage auf den Punkt gebracht: „Das Geschäft machen die Plattformen„. Dort möchte man heute den Kunden binden. Das versuchen alle großen Anbieter, erschwert allerdings die Entwicklung und Verbreitung von allgemeinen Standards. Die Einbindung der Kunden in die Welt der Plattform spiegelt sich wider in dem von ihm dargestellten abgestuften Modell einer Kundenentwicklung, in dem dieser auf der letzten Stufe mit Begeisterung als Vertriebseinheit mitarbeitet. Ein Prinzip, gut erkennbar an einem Apple Kunden. Die Etappen sind: Zahlender Kunde (Produkt), Zufriedener Kunde (Nutzen), Loyaler Kunde (Beziehung), Begeisterter Kunde (Erlebnis) und Integrierter Kunde (Vernetzung). Ein adäquates Modell für Unternehmen, aber auch z. B. Vereine, um daraus Handlungen für den Alltag abzuleiten.

Ein interessanter Aspekt, denn in der Cloud sind die Akteure hochgradig vernetzt und althergebrachte Rollen verschwinden. Ein Kunde ist dann ganz schnell mitentwickelnder Partner. Aus technischer Sicht bietet Microsoft interagierende Services an. Selbst betrieben wird in erster Linie die notwendige Backend Infrastruktur. Daten miteinander verknüpfen, das erledigen die Services, damit wird Geld verdient. Dahinter steht der Gedanke, dass die Vorgänge grundsätzlich oft identisch sind, sie werden nur als Prozesse leicht unterschiedlich eingebaut.

Bloggern kommt all dies recht bekannt vor. Die einstmalige einfache Applikation WordPress beispielsweise hat sich selbst zu einer veritablen Plattform weiterentwickelt, auf der Tausende von Plugins eingesetzt werden können. Zudem hat man die Wahl, die Lösung selbst zu hosten oder dies einem Dienstleister zu überantworten. Zusätzlich zu diesen Parallelen liegt bei WordPress der Quellcode vollständig als Opensource mit einer GPL Lizenz vor.

Letztlich bot auch dieser Vortrag viel Gelegenheit, den eigenen Standpunkt zu überdenken. Dem Credo von Sullot, dass der nächste Schritt auf jeden Fall in die Cloud führen sollte, ist nur zuzustimmen. Zu groß sind die Vorteile der Vernetzung. Spätestens seit der Verfügbarkeit verschiedenster IT-Geräte an jedem beliebigen Ort braucht man dort jeweils den Zugang zu allen eigenen Daten und Anwendungen.

Carsten Bender: Erfolgsgeschichte Digitalisierung bei saarriva

Unabhängig zu bleiben, die eigenen Daten in einem sicheren Hafen zu wissen, ist für Unternehmen immer noch wichtig. Punktuell wurde beim Cloud Tag Saarland durch Christina Meiers von Data One auf noch bestehende Bedenken und Vorbehalte hingewiesen. Mit Produkten, die sich an Standards, etwa bei Schnittstellen oder Dateiformaten halten, ist man auf der sicheren Seite und es kann auch punktuell ein Einstieg erfolgen. Ein solches Beispiel wurde im dritten Vortrag gezeigt.

Carsten Bender sprach in seiner Eigenschaft als heutiger Gesamtverkaufsleiter bei saarriva und gab Einblicke in die Einführung eines CRM Systems. Weil eigene IT-Resourcen nicht ausreichten wurde ein externer Dienstleister mit der Einrichtung beauftragt. Statt lokaler Tabellenkalkulation gibt es jetzt Daten aus dem Netz, einfache Zugriffsmöglichkeiten des gesamten Vertriebsteams nach ausgefeilten Rechtesystemen und zudem grafisch aufbereitet in einem Dashboard. Die vertrieblichen Prozesse wurden alleine durch die Einführung des Systems offensichtlich so verbessert, dass mit der gleichen Mannschaft ein erhöhtes Kundenaufkommen betrreut werden kann. Nach den Worten von Bender ist der (Cloud) Zug in den Bahnhof eingefahren, aber er ist noch nicht abgefahren. Zeit, einzusteigen.

Dashboards mögen übrigens auch die Blogger, wenn sie z. B. Zugriffsstatistiken und Aktionen in ihrem Blog betrachten wollen.

Als Programmpunkt: ein Digital Parc mit der Möglichkeit zum praktischen Experiment

3D-Scan beim #CloudTagSaarland bei Data One. Nach den Vorträgen zum Cloud Computing: Malte Beinhauer und SaarBlogger betrachten das Ergebnis des Einscanvorgangs.

3D-Scan beim #CloudTagSaarland bei Data One
Nach den Vorträgen zum Cloud Computing: Malte Beinhauer und SaarBlogger betrachten das Ergebnis des Einscanvorgangs.

Wie stets bei solchen Veranstaltungen gab es Gelegenheit zum Austausch. Anwendungen zum Thema VR/AR standen zur Demo bereit. Und als Geschenk zudem noch einen 3D-Scan als Portrait. Entstanden aus einer Kooperation mit der nahebei gelegenen Firma hololux. Das haben wir natürlich versucht und sind gespannt auf das Ergebnis. Ein 3D-Ausdruck der Datei soll sogar möglich sein… Das macht natürlich wieder viel Lust auf die nächsten technischen Entwicklungen.

Am Rande zu erwähnen: es gab, nach individuellem Login, ein WLAN für die Gäste. Und auch den mündlich mitgeteilten Hashtag #CloudTagSaarland, unter dem sich doch einige Tweets sammelten.

Unser Fazit zum Cloud Tag Saarland

Aufgabe in Unternehmen ist, das beschriebene Warum zu erarbeiten. Erst dann folgt das Wie. Bei Opensource Produkten auf selbst kontrollierter Infrastruktur bleibt weiterhin ein hohes Maß an Unabhängigkeit erhalten. Mit kompetenten eigenen Mitarbeitern oder externen Partnern finden sich die passenden technischen Lösungen. Der #CloudTagSaarland fand in diesem Jahr zum dritten Mal statt. Es war die Sicht eines einzelnen Anbieters zum Thema Cloud Computing. Da bleibt sogar Raum für weitere solche Angebote. Es gab qualitativ gute Informationen, die zum Einstieg in das Thema hilfreich sind. Eine gelungene Veranstaltung.

Weitere Veranstaltungsbesuche sammeln wir in einer Übersicht in unserem Termin Archiv.

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Andreas Sutor
Andreas Sutor ist von Anfang an bei den SaarBloggern dabei. Denn diese Gruppe wurde von ihm ins Leben gerufen. Wie hier im Blog berichtet geschah dies nach einer Session beim SaarCamp. Die Teilnehmer wollten das Thema Bloggen im Saarland weiter verfolgen.

Für ihn sind die verfügbaren Werkzeuge zum Bloggen so vielfältig und die Vorteile eines selbst beherbergten Blogs so überzeugend, dass noch viel mehr Saarländer sich diesem Thema widmen sollten.

Gerne hilft er auch Unternehmen dabei, einen Firmenblog einzurichten und zu betreiben. Selbst wenn das Betreiben eines solchen Blogs in Eigenregie möglich ist, ist eine gelegentliche externe Betreuung sehr sinnvoll.

Autor: Andreas Sutor

Andreas Sutor ist von Anfang an bei den SaarBloggern dabei. Denn diese Gruppe wurde von ihm ins Leben gerufen. Wie hier im Blog berichtet geschah dies nach einer Session beim SaarCamp. Die Teilnehmer wollten das Thema Bloggen im Saarland weiter verfolgen. Für ihn sind die verfügbaren Werkzeuge zum Bloggen so vielfältig und die Vorteile eines selbst beherbergten Blogs so überzeugend, dass noch viel mehr Saarländer sich diesem Thema widmen sollten. Gerne hilft er auch Unternehmen dabei, einen Firmenblog einzurichten und zu betreiben. Selbst wenn das Betreiben eines solchen Blogs in Eigenregie möglich ist, ist eine gelegentliche externe Betreuung sehr sinnvoll.

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  1. Pingback: Review: 3. Cloud Tag Saarland - Data One Expertenblog

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